Chronik des CSE

Auch wir haben einmal ganz klein angefangen. Bereits Anfang der 80er Jahre, die Neue Deutsche Welle (NDW) hat gerade Deutschland erobert, trafen sich eine Handvoll junger Leute, um auf Privatpartys mit Playbacknummern aus dieser Musikrichtung aufzutreten. Am Anfang fanden unsere Auftritte allesamt in Burbach statt. Der erste Auftritt bei einer größeren Veranstaltung war 1984 im alten Clubhaus in Burbach mit dem Motto “Punker und Popper”.

Weitere Auftritte folgten, so wurden unter anderem im Untergeschoß der neuen Turnhalle des Eichendorffgymnasiums zweimal Räumlichkeiten angemietet und Privatpartys mit jeweils ca. 150 Personen organisiert. Parallel dazu traten wir bei den TSV Fastnachtsveranstaltungen im Clubhaus in Spessart auf.

Es war Ende 1986, als bei Michael Rieger und Jürgen Glaser die Idee keimte, einen Carnevalverein zu gründen. Zur gleichen Zeit planten Klaus Lumpp, Gerd und Monika Rehm, mit einem originellen Kostüm als Eber bei einer der Maskenbälle im Spessarter Clubhaus aufzutreten. Für eine einmalige Benutzung waren die von Rudolf Bannwarth geschnitzten Holzmasken jedoch zu teuer. Die Überlegung zur Gründung einer Zunft stand deshalb im Raum.

Kurzerhand setzten sich alle an einen Tisch und kamen auf einen gemeinsamen Nenner:

Wir gründen einen Carnevalverein!

Der Verein wurde am 9.1.1987 im Rehm’schen Wohnzimmer von insgesamt 9 Personen, Michael Rieger, Jürgen Glaser, Klaus Lumpp, Monika und Gerd Rehm, Martin Weber, Bernd Weber, Thomas Abend und Torsten Kiefer gegründet. An diesem Abend legten die Gastgeber eine Schallplatte mit dem Titel “Schweinetango” auf, den wir spontan zu unserem Vereinssong erklärten. Das “Kind” wurde mit angesetztem Nussschnaps zunächst auf den Namen “Spessarter Eberzunft” getauft. Bei der nächsten ordentlichen Sitzung wurde der Name auf “Carnevalverein Spessarter Eber” umbenannt. Dieser bestand zunächst aus einer achtköpfigen Maskengruppe, die den Verein am 21.2.1987 beim Kickerball des TSV Spessart erstmals präsentierten.

Dieses kleine Protokoll wurde am Gründungsabend erstellt.

Noch in diesem Jahr wurde die Frischlingsgarde gegründet. Die erste Garde stand unter der Leitung von Anita Weber.

Zur Überraschung der Verantwortlichen wuchs der Verein stetig. Im August 1988 zählte der CSE bereits 169 Mitglieder. Schon bei der Gründungsversammlung am 1.10.1988 im Gasthaus Adler wurde die Vereinssatzung verabschiedet.

Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde am 24.1.1988 die erste Ebersitzung in der Waldgaststätte mit großem Erfolg durchgeführt. Die erste Sitzung stand, passend zu den Ebern, unter dem Motto „Spessarter Wald“. Auch die folgenden Ebersitzungen fanden so regen Zuspruch, so dass bis zu vier Aufführungen stattfanden. 1991 musste die Sitzung wegen des Golfkrieges abgesagt werden. Ab 1992 zogen die Eber mit ihrer Sitzung in den Kindergartensaal um, der mehr Platz und Gestaltungsmöglichkeit bot. So wurde z.B. 1996, als das Motto „Bahnhof“ hieß, der gesamte Saal inklusive Eingangsbereich als Bahnhofshalle gestaltet. Ein absoluter Höhepunkt war der Starlight Express, der auch heute noch bei Veranstaltungen mit großem Erfolg aufgeführt wird.

Eine neue Ära im Vereinsleben begründete im Sommer 1993 im Eberrat der Beschluss, einen Nachtumzug ins Leben zu rufen, der jeweils am Faschingsfreitag stattfinden sollte. Keiner konnte so richtig erahnen, was für eine Resonanz dieser Umzug auslöste. Schon im ersten Jahr, 1994, zählte man über 10.000 Besucher. In den nächsten Jahren war gar von 15.000 bis 20.000 Besuchern die Rede. Die Anwohner stehen hinter dem Umzug und so zieren viel fastnachtliche Deko und Lichterketten den Umzugsweg. Inzwischen findet der Nachtumzug im jährlichen Wechsel mit einem Narrendorf mit Guggentreff statt, das ebenfalls großen Zuspruch findet. Ausnahme war das 750jährige Jubiläum unseres Heimatortes Spessart, das 2015 gefeiert wurde. Zu diesem Anlass stellte der CSE einen Tagumzug, nämlich einen reinen Tiermaskenumzug auf die Beine, der sehr gut angekommen ist.

1998 feierten wir uns 11jähriges Bestehen. Höhepunkt war damals ein großes Zeltfest auf dem Festplatz mit der Abba Revival-Band, einem Guggenmusikertreffen, dem Spessarter Musicalabend und einem Spessarter Familientag. Die Ebersitzungen standen im Jubiläumsjahr unter dem Motto Traumschiff.

Im Jubiläumsjahr 2009 zählt unser Verein bereits 492 Mitglieder. Begonnen mit 8 Maskenträgern konnten wir bei Umzügen inzwischen auf 33 Hästräger zurückgreifen. Mit ihren holzgeschnitzten Masken und zotteligem Häs sind sie in der ganzen Umgebung und bis zum Umzug in Weil am Rhein bekannt.

Die Jugendarbeit wird beim CSE großgeschrieben. Zwischenzeitlich gab es vier Garden und eine Kinderspielgruppe. Außerdem werden zwei Tanzmariechen auf ihren ersten Auftritt vorbereitet. Eine Frischlingsmaskengruppe ist ebenfalls im Aufbau, die ersten Masken wurden bereits geschnitzt.

Der CSE war aus dem Spessarter Vereinsleben nicht mehr wegzudenken.

Am 9.1.2009, also genau 22 Jahre nach der Gründung des Vereins, fand um 19.11 anlässlich des 22-jährigen Bestehens der Jubiläumsball mit Ordensverleihung im Kindergartensaal in Spessart statt und vom 01.05. bis 03.05.2009 feierten wir unser 22-jähriges Jubiläum mit einem Frühlingsfest auf dem Festplatz in Spessart, wobei der Musical-Abend am 02.05.2009 den absoluten Höhepunkt darstellte. Wir dürfen wohl schon ein wenig stolz sein, was der CSE an diesem Abend auf die Bühne zauberte. 1.200 Zuschauer waren hin und weg von den Darbietungen und es wird schwer sein, dies nochmals in 11 Jahren zu toppen. Aber wir wären nicht der CSE, wenn uns auch dies dann gelingen wird!

2010 wurde der Kindergartensaal umgebaut, der lange Jahre das Domizil der Spessarter Eber bei ihren Sitzungen war. Im Clubhaus in Spessart wurde der Saal ausgebaut, der zukünftig den Spessarter Vereinen als Veranstaltungssaal zur Verfügung stehen sollte.  Ab 2010 finden daher alle Sitzungen mit großem Erfolg im Spechtwaldsaal statt.

2011 übernahm Vize-Präsidentin Karin Bücherl das Präsidentenamt von Michael Rieger und führte fortan die Spessarter Eber. In ihre Amtszeit fällt auch 2012 die Kooperation der Garden mit dem Wasener Carneval Club. Hintergrund war, dass man in Turnieren in größerer Formation antreten könnte. Begonnen mit der Ebergarde folgen danach die Kooperation aller Garden, die sich nun TanzSportGarde Ettlingen „zusammen für Ettlingen“ nennt. Seit dieser Kooperation waren wir schon mehrfach bei der Süddeutschen Meisterschaft vertreten. Mit unseren Tanzpärchen sogar schon auf den Deutschen Meisterschaften.

2018 hatten wir wieder einen Wechsel an der Spitze. Auf Karin Bücherl folgte Gründungsmitglied Torsten Kiefer, der auch die ganzen Jahre bereits als Koordinator und Sitzungspräsident fungierte. In seine Amtszeit fällt jetzt also auch die Organisation des 2020 anstehenden 33jährigen Jubiläums.

Unter dem Motto #JubifiEBER“ steht der Ordensball am 11. Januar, die Ebersitzungen am 31.1./2. Januar und das Narrendorf am Vereinsheimsplatz am 21. Februar 2020. Wie auch schon beim 11. und 22jährigen Jubiläum wird ein Zeltfest vom 30. April bis 2. Mai die Jubi-Feierlichkeiten beschließen. Ein hochkarätiges Programm ist vorgesehen. Am 30. April wird die Kölner Kultband „BLÄCK FÖÖSS“ unser Dorf fastnachlich aufmischen. Am 1. Mai folgt unser klassisches Maifest mit Menschenkickerturnier, Kinderspielnachmittag, Wanderung, Blasmusik des örtlichen Musikverein und abends spielt das Q-Stall-Trio für unsere Gäste.   Am 2. Mai spielt dann eine der  besten Queen-Cover-Bands,  die „QUEEN KINGS“.               Für Essen und Trinken ist gesorgt, u.a. sorgen Foodtrucks für das leibliche Wohl.

Besuchen Sie uns und lassen Sie sich überraschen.

Spessarter Chronik

Um das Jahr 1100 verließen einige mutige Männer ihre Heimatgemeinde Ettlingen und fällten an der Stelle unseres heutigen Dorfes die ersten Eichen, aus denen sie ihre Gehöfte bauten. Von jeher benutzten die Spessarter den dichten Eichenwald, um ihre Schweine darin weiden zu lassen. Daher rührt wahrscheinlich auch der Spitzname “Eber” für die Spessarter, wobei es auch noch andere Deutungen gibt. Sie nannten die erste Siedlung, die von Eichen- und Buchenwald umgeben war, in dem man häufig das Hämmern der Grün- und Buntspechte hören konnte, ganz einfach Spechteßhard = Spechtwald. Der Name ändert sich noch des öfteren, bis zu unserem heutigen Spessart.

Politisch gesehen gehörte die Gegend, in der die ersten Spessarter den Wald lichteten, zum fränkischen Ufgau, der von der Oos bis zur Alb reichte. Grundherren des Spechtwaldes waren die Grafen von Eberstein. Landesherr war der jeweilige Markgraf von Baden. Im Laufe von 100 Jahren wuchs die Siedlung im Spechtwald zu einem ansehnlichen Dorf heran. Markgraf Friedrich II gab im Jahre 1292 dem Kloster Herrenalb 2 Mühlen bei Fürstenzell mit dem Bannrecht über verschiedene Orte, darunter auch Spessart mit allen Rechten, Nutzen und Freiheiten. In dieser Schenkungsurkunde ist Spessart = Spehshart geschrieben.

Im 12. und 13. Jahrhundert hatten verschiedene Adelsgeschlechter in unserer Gegend Güter erworben. So in Spessart die Herren von Remchingen und Öwisheim. Bekannter wurden drei andere Geschlechter in der Geschichte Spessarts: die Herren von Rüppurr, von Upstadt und von Rosswag. Diese Geschlechter teilten sich im 13. Jahrhundert den Besitz von Spessart. Das Dorf war inzwischen größer geworden und besaß eine eigene Vogtei. Die eine Hälfte des Dorfes war in den Händen der Herren von Ubstadt, und von diesen hatten es die Herren von Rosswag zu Lehen. Dazu besaß das Kloster Hirsau einen Hof zu Spessart, der später noch immer das Hirsaugut genannt wurde. Das blieb so bis zum Jahre 1294. Dieses Jahr war für die Geschichte Spessarts von entscheidender Bedeutung. Die genannten Herren verkauften ihren Besitz an das Kloster Frauenalb. So wurde Spessart Klosterdorf bis zur Säkularisierung im Jahre 1803. Volle 500 Jahre war es eines der Klosterdörfer, die zum Klostergebiet oder Klosteramt mit allen Gütern, Leuten, Rechten und Zubehörden gehörten. Die Frau Äbtissin war somit rechtmäßige Herrin des Dorfes und Spessart stand unter dem Krummstab. Das Klosterwappen ist noch heute an der Zehntscheune (Hauptstraße 42) zu sehen.

In früheren Jahren gab es nur wenige militärische Ereignisse in Spessart. Den Bauernkrieg (1525) mit seiner sinnlosen Zerstörung bekam man zu spüren, denn er machte auch vor der Klosterpforte nicht halt. Schlimmer war es im 30-jährigen Krieg (1618-1648) und in den Raubkriegen des Franzosenkönigs Ludwig XIV. Die Kriege des 17. + 18. Jahrhunderts brachten Not und Armut in unsere Heimat. Es folgte der Spanische und Polnische Erbfolgekrieg. Spuren davon sind bis heute die Ettlinger Linie (Schanzen im oberen Wald). Alle diese Kriege haben in unserer Heimat verheerend gewirkt. Dazu kamen noch die religiösen Wirren der Reformation und Nachreformationszeit. Die Einwohnerzahl sank beträchtlich.

Die Äbtissin machte Spessart im Jahre 1802 mit einer eigenen Pfarrei noch ein großes Geschenk. 1803 wurde Spessart badisch. So ist aus dem Weyer im Spechtswald unser heutiges Spessart geworden. Im September 1966 konnte das 700jährige Bestehen der politischen Gemeinde feierlich begangen werden. 1972 stimmten die Spessarter für eine Eingemeindung nach Ettlingen. Seither ist Spessart einer der sechs Stadtteile der großen Kreisstadt Ettlingen.

Spessart hat sich im Laufe der Zeit zum Industriearbeiterdorf entwickelt. Ein starker Wirtschaftswandel macht sich bemerkbar. Viele Pendler fahren auch heute noch täglich in die Stadt. Daneben ist unser Spessart ein beliebtes Naherholungsgebiet geworden. Bei einer Fahrt durchs Dorf fallen insbesondere die abwechslungsreichen und gepflegten Vorgärten sowie die blumengeschmückten Häuser auf. Hierfür hat Spessart auch sehr erfolgreich am Bundes- und Landeswettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” teilgenommen, so daß es wohl zu den schönsten Dörfern Baden-Württembergs zählt. Die vielen Spazier- und Wanderwege im nahegelegenen Wald werden von den Besuchern gerne genutzt.

Das heutige Ortsbild hat sich wesentlich verändert. Neue Baugebiete wurden erschlossen, zuletzt das “Höhgewann/Tannenfeld”, so daß Spessart heute auf über 3000 Einwohner angewachsen ist. Zum Vergleich: 1971 waren es 1700 Einwohner.

Inzwischen verfügt unser Ort über zwei Kindergärten und eine Grundschule. Desweiteren hat die Gemeinde eine moderne Kirche, wobei das heutige Rathaus im ersten Spessarter Kirchlein untergebracht ist. Hinter der Schule wurde für Veranstaltungen ein Festplatz angelegt. Dahinter soll ein Gewerbegebiet entstehen. Für das rege Vereinsleben steht ein Vereinsheim zur Verfügung, außerdem hat sich der Turn- und Sportverein Spessart am Waldrand eine ansehnliche Sportanlage geschaffen.

In Spessart wird gerne gefeiert. Daher ist jedes Fest gut besucht, wobei sich alle Vereine bemühen, ein anspruchsvolles Programm zu bieten. Am besten ist die Bereitschaft zwischen den Vereinen und auch der Spessarter Bevölkerung beim Spessarter Nachtumzug ersichtlich, der im Jahre 1997 den Rekord von über 20.000 Besuchern erreichte.